Willkommen bei Mobile Pflegeberatung Riedmann
            Willkommen bei  Mobile Pflegeberatung Riedmann                                                                       

   

                                  Informationsblatt „Nachbarschaftshilfe“

              zur Erbringung zusätzlicher Betreuungsleistungen nach § 45 b SGB XI

 

 

1. Gesetzliche und landesrechtliche

Grundlagen

 

Neben den gem. § 45 b Abs. 1 Satz 6 Ziffer 1 bis 3 SGB XI von den Pflegekassen zugelassenen Pflegeeinrichtungen können auch nach Landesrecht anerkannte  niedrigschwellige  Anbieter von Betreuungsangeboten, welche nach § 45 c SGB XI gefördert oder förderfähig sind, zusätzliche Betreuungsleistungen erbringen.

Die „Verordnung der Sächsischen Staatsregierung zur Anerkennung und Förderung von Betreuungsangeboten“ eröffnet aufgrund einer Änderung die Möglichkeit, dass in Sachsen auch geeignete Einzelpersonen, d. h. „Nachbarschaftshelfer“ für bis zu zwei anspruchsberechtigte Pflegebedürftige pro Kalendermonat bzw. Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz gem. § 45 a SGB XI die aktivierende Einzelbetreuung/-anleitung übernehmen können.

 

2. Was ist „Nachbarschaftshilfe“?

 

Die Nachbarschaftshilfe ist eine Tätigkeit, die Pflegepersonen entlasten soll, welche Personen mit eingeschränkter Alltagkompetenz und bestätigtem Anspruch auf zusätzlichen Betreuungsleistungen gem. § 45 b SGB XI pflegen und versorgen. Die betroffenen psychisch kranken Menschen sollen stundenweise durch „Nachbarschaftshelfer“ betreut und aktiviert werden. Nachbarschaftshelfer erbringen dabei insbesondere folgende Betreuungsleistungen:

 

§ Gedächtnistraining zur Bestätigung von  

     sozialen  Alltagsleistungen

§ Anregung und Unterstützung zur

     Erkennung

     von Alltagssituationen und adäquates  

     Reagieren  in Alltagssituationen

§ Anregung und Unterstützung bei sozialen 

     Kontakten

§ Entspannende Aktivitäten zum Erhalt und

     zur Förderung der Motorik einerseits, sowie

    der Gesellschaftsfähigkeit andererseits

§ Gespräche führen, Unterhaltung fördern

     mit dem Ziel der Aktivierung

§ Gespräche und Zuwendung zum Erhalt

     psychischer Stabilität und Vermeiden   

     emotionaler  Krisen

§ individuelle abgestimmte Leistungen je

     nach  Interessengebiet (z. B. Singen,

     Basteln,Backen/Kochen)

§ Beratung/Unterstützung zur Planung und  

     Struktur des Tagesablaufes

§ Spaziergänge

§ Begleitung bei Ausflügen

 

§ Zeitungs- und Bücherlesung

§ Begleitung zum Einkaufen

§ Stuhl-/Sitzgymnastik

§ Verarbeitung von Erinnerungen

§ Sprach- und Essübungen

§ glaubensbezogene Betreuung

§ Begleitung zu öffentlichen Veranstaltungen,  

   Tanznachmittagen, Gymnastikstunden u. ä.

 

3. Wer kann als Nachbarschaftshelfer      

    zusätzliche Betreuungsleistungen

    erbringen?

 

   Als Nachbarschaftshelfer können 

   volljährige  Personen tätig werden, die

-  einen von den Pflegekassen für die 

   Nachbarschaftshilfe anerkannten Pflegekurs 

   zur Betreuung und Beaufsichtigung

   demenziell erkrankter Menschen absolviert

   haben oder über gleichwertige Erfahrungen

   oder Kenntnisse in der Versorgung des

   genannten Personenkreises verfügen und

   diese den  Pflegekassen nachweisen  

  (z. B. Nachweis entsprechender beruflicher  

   Tätigkeit),

-  nicht in häuslicher Gemeinschaft mit der zu  

   betreuenden Person leben,

-  nicht als Pflegeperson im Sinne des § 19

   SGB XI bei der zu betreuenden Person tätig

   sind,

- nicht mit der zu betreuenden Person bis zum 

  2. Grad verwandt oder verschwägert sind,

- ihr Wissen und Kenntnisse regelmäßig  

  (mindestens.  alle 3 Jahre) durch Teilnahme

  an einen von den Pflegekassen anerkannten

  Pflegekurs oder im Rahmen einer von den

  Pflegekassen anerkannten Tätigkeit

  aktualisierten und den Pflegekassen

  unaufgefordert nachweisen,

- maximal zwei Personen im Kalendermonat

  betreuen (Einzelbetreuung) und

- sich angemessen gegen Schäden 

  versichert  haben, die sie anderen im

  Rahmen ihrer Tätigkeit zufügen können.

 Die Interessenten an einer Tätigkeit als   

 Nachbarschaftshelfer legen (in der Regel 

 nach vollständiger Absolvierung eines 

 Grundkurses „Nachbarschaftshilfe“) ihrer

 Pflegekasse, die vollständig ausgefüllte und

 unterzeichnete „Erklärung zur Erfüllung der

 Anerkennungs-voraussetzungen für

 Nachbarschaftshelfer“, mit welcher der

 Interessent bestätigt, dass die

 Voraussetzungen der Betreuungsangebote

 verordnung Staatsministeriums von ihm im

 Rahmen seiner Tätigkeit als

 Nachbarschaftshelfer eingehalten werden.

 Die geforderten Nachweise zum absolvierten

 Grundkurs Nachbarschaftshilfe bzw.

 Nachweise zu den

 

                                  Informationsblatt „Nachbarschaftshilfe“

              zur Erbringung zusätzlicher Betreuungsleistungen nach § 45 b SGB XI

 

gleichwertigen Erfahrungen und Kenntnissen sind beizufügen und die Deckungssumme der für die Nachbarschaftshilfetätigkeit abgeschlossenen Haftpflichtversicherung ist einzutragen. Der ausreichende Versicherungsschutz für die Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer sollte vorher mit einem Versicherungsvertreter verbindlich abgeklärt sein. Eine Deckungssumme für Schäden im Rahmen der Tätigkeit zur Nachbarschaftshilfe von mind. 2 Mio. € (Personen-, Sach- und Vermögensschäden) wird als ausreichend betrachtet.

 

4. Welche Qualifizierung benötige ich?

 

Für die Anerkennung als „Nachbarschaftshelfer„ muss u.a. den Pflegekassen gegenüber nachgewiesen werden, dass

- ein vollständiger Pflegekurs

„Nachbarschaftshilfe – Grundkurs“ (4 x 90 min.)

  absolviert wurde oder

- gleichwertige Erfahrungen oder Kenntnisse in

  der Versorgung des genannten 

  Personenkreises vorliegen (z. B. Nachweis

  entsprechender beruflicher Tätigkeit).

 

Damit die Anerkennung nicht erlischt, müssen Nachbarschaftshelfer regelmäßig, mindestens alle 3 Jahre ihr Wissen und ihre Kenntnisse

- durch Teilnahme an einem Aufbaukurs

 

„Nachbarschaftshilfe“, 2 x 90 min.) oder

- im Rahmen einer von den Pflegekassen anerkannten Tätigkeit  aktualisieren.

 

Der Nachweis ist vor Ablauf der 3-Jahresfrist bei der Pflegekasse des zu Versorgenden vorzulegen.

In den Pflegekursen zur Nachbarschaftshilfe werden die Teilnehmer auf die Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer vorbereitet und erhalten Informationen und Formulare, die dafür notwendig sind.

Kursangebote in Ihrer Region erfragen Sie bitte bei Ihrer zuständigen Pflegekasse.

 

5. Wie kann Nachbarschaftshilfe abgerechnet

werden?

 

Versicherte, welche die Voraussetzungen des § 45a SGB XI erfüllen, können je nach Umfang des erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarfs gem.

§ 45 b Abs. 1 SGB XI zusätzliche Betreuungs-leistungen in Anspruch nehmen. Die Kosten hierfür

werden ersetzt, höchstens jedoch 104 Euro monatlich (Grundbetrag) oder 208 Euro monatlich (erhöhter Betrag). Die Höhe des jeweiligen Anspruchs wird von der Pflegekasse auf Empfehlung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung im Einzelfall festgelegt und dem Versicherten mitgeteilt.

Zu beachten ist: Betreuungsangebote von Nachbarschaftshelfern, bei denen die Aufwandsentschädigung mehr als 10 € pro Stunde beträgt, gelten nicht als anerkannt und können damit von der Pflegekasse nicht erstattet werden.

Die Leistungen der Nachbarschaftshelfer werden im Kostenerstattungsverfahren auf Antrag (Rechnung) an den anspruchsberechtigten Versicherten gezahlt. Über die Möglichkeit einer direkten Zahlung an den Nachbarschaftshelfer bei vorliegenden Abtretungserklärungen entscheiden die zuständigen Pflegekassen selbst.

Für die Abrechnung ist das von den sächsischen Pflegekassen erarbeitete Abrechnungsformular zu nutzen. Auf diesem Abrechnungsformular hat der Nachbarschaftshelfer die persönliche Erbringung der eingetragenen Leistung(en) zu quittieren. Zu beachten ist, dass spätestens mit Erstabrechnung (Antrag auf Kostenerstattung) die Erfüllung der Anerkennungsvoraussetzungen durch den Nachbarschaftshelfer bei der Pflegekasse des Betreuten nachgewiesen sein muss. Der Nachweis erfolgt mittels „Erklärung über die Erfüllung der Anerkennungsvoraussetzungen für Nachbarschaftshelfer“ incl. der geforderten Nachweise. Sofern der Nachbarschaftshelfer ein gültiges Anerkennungsschreiben seiner Pflegekasse vorgelegen kann, wird dieses anerkannt.

 

6. Weitere wichtige Hinweise

 

Einnahmen aus der Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer können ggf. sozialversicherungs- und/oder einkommensteuerpflichtig sein. Im Rahmen der Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer besteht kein Versicherungsschutz über die Pflegekasse.

Die Pflegekursteilnehmer und Nachbarschaftshelfer füllen bitte bei Aufforderung durch den Pflegekursanbieter bzw. die Pflegekassen eine Erklärung zur Übermittlung und Veröffentlichung persönlicher Daten aus und geben diese beim Pflegekursanbieter bzw. bei der von den Pflegekassen bestimmten Stelle ab.

Informationen und Formulare zur Nachbar-schaftshilfe erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse.

Sie möchten eine Beratung oder benötigen Hilfe?

Wir sind für sie da!

Mobil: 0151 110 23 530
Telefax: 06401 210 245

oder nutzen Sie unser  Kontaktformular.

 

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